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Juni 2011: Neue Critical Load Daten für Deutschland

Die Gefährdung der Böden in Deutschland durch Versauerung ist zurückgegangen, doch es gibt keine Entwarnung: Stickstoffeinträge sind weiterhin zu hoch und gefährden viele empfindliche Ökosysteme.

Die Gefährdung der Böden in Deutschland durch Versauerung ist in den letzten Jahrzehnten zurückgegangen, weil insbesondere Schwefelverbindungen im Ergebnis der Luftrein­haltemaßnahmen deutlich weniger in die Atmosphäre gelangen. Im europäischen Vergleich zählt Deutschland jedoch weiterhin zu den Ländern mit einem relativ hohen Anteil an Flächen, die einem Versauerungsrisiko unterliegen. Da die Möglichkeiten zur Minderung von Schwefeleinträgen nahezu ausgeschöpft sind, ist ein weiterer Fortschritt beim Schutz der Ökosysteme vor allem durch Maßnahmen zur Senkung der Stickstoffeinträge zu erreichen. Diese sind in Deutschland – ebenso wie in Europa – nach wie vor auf hohem Niveau und führen zu einer Schädigung von empfindlichen Ökosystemen in Form von Versauerung und Eutrophierung. Die wichtigsten Quellen für die Emission von Stickstoffverbindungen sind der Straßenverkehr (Stickoxide) und die Landwirtschaft (Ammoniak)1.

Die von der Gesellschaft für Ökosystemforschung und Umweltdatenmanagement (ÖKO-DATA) im Rahmen der Forschungsaufgabe „Berechnung und Kartierung von Critical Loads und deren Überschreitungen im Rahmen der Genfer UNECE Luftreinhaltekonvention und der EU-Strategie Clean Air for Europe“ veröffentlichte Analyse zeigt, dass bei einem durch­schnittlichen Gesamt-N-Eintrag von 22 kg ha, bei Waldökosystemen von 27 kg ha(Spannweite 6 – 62 kg N kg ha, die gesteckten Ziele zum Schutz der Ökosysteme in Deutschland nicht erreicht werden. Erst auf 55 % der sensitiven Flächen war 2007 die Versauerung gestoppt, bis zum Jahr 2020 könnten es nach bisherigen Prognosen 75 % sein. Nach der „Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt“ sollten bis 2020 jedoch alle empfindlichen Biotope vor Versauerung und Eutrophierung geschützt sein2. Daher sind die geringen Fortschritte bei der Verminderung von Stickstoffbelastungen in den letzten Jahren besonders kritisch zu sehen. Nur 22,5% der betrachteten sensiblen Ökosysteme waren 2007 vor Eutrophierung geschützt und für 2020 werden etwa 30 % erwartet, also nicht einmal ein Drittel der Zielstellung erreicht.

1 Statistisches Bundesamt, Nachhaltige Entwicklung in Deutschland, Indikatorenbericht 2010
2 BMU (2010): Indikatorenbericht 2010 zur Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (vom Bundeskabinett am 17.11.2010 beschlossen),  Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, November 2010

Link: Zusammenfassung von Ergebnissen aus dem Bericht zur o.g. Forschungsaufgabe

Link: Veröffentlichung des Gesamtberichts als UBA Texte 38/2011

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